Sie sehen hier eine Liste aller Archipel Artikel der Ausgabe 175 (10/2009).

DOSSIER NO BORDER: Lesvos Im Brennpunkt der Migration

DOSSIER NO BORDER: Lesvos Im Brennpunkt der Migration

Über 400 AktivistInnen aus zahlreichen Ländern nahmen am NoBorder Camp in Lesvos teil, das vom 26. bis 31. August in der Nähe der Insel-Hauptstadt Mytilini stattfand. Nicht nur der Facetten- und Konfliktreichtum der örtlichen Linken, sondern auch der schnelle und unmittelbare Kontakt zu MigrantInnen machte die Besonderheit des Camps in der NoBorder-Geschichte aus. Lesvos gilt zurecht als Brennpunkt von Migrationsbewegungen in die EU: Das türkische Festland ist von vielen Stellen der Insel aus sichtbar, im Jahr 2008 wagten über 13.000 Menschen 1 die Überfahrt. Der Großteil der MigrantInnen kommt aus Afghanistan, Somalia, Pakistan, Bangladesh und Irak. Meist sind es motorisierte Schlauchboote, für eine Überfahrt werden 1500 bis 3000 Euro bezahlt. Und das, wie uns H. aus Eritrea berichtete, die auf diesem Weg gekommen war, oftmals ohne eine kompetente Person, die solch ein Boot lenken könnte. Die Schlepper stellen das Boot zu Verfügung, die PassagierInnen organisieren sich selbst. Original Author:  Dieter A. Behr, Lisa Bolyos*

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DOSSIER NO BORDER : Vom Mittelmeer nach Budapest

DOSSIER NO BORDER : Vom Mittelmeer nach Budapest

Der folgende Bericht eines NoBorder-Aktivisten wurde im August 2009 von Dieter A. Behr im NoBorder Camp 2009 in Lesvos, Griechenland, aufgezeichnet. Ich bin Palästinenser und lebe heute in Budapest, Ungarn, wo ich als anerkannter Flüchtling registriert bin. Während meiner Reise kam ich zunächst durch Jordanien und Syrien, all das «legal». In Jordanien hatte ich 40 Tage, um das Land zu verlassen. In Syrien konnte ich drei Monate bleiben, das entsprechende Papier ist aber sehr schwer zu verlängern. Also reiste ich weiter in die Ukraine, mit dem Vorhaben, von dort aus in die EU einzureisen. In der Ukraine suchte ich im Jahr 2006 um Asyl an. Mir wurde gesagt, dass ich kein Asyl bekommen würde und dass ich abgeschoben werden müsse. Zunächst wurde ich aber zur palästinensischen Botschaft geschickt - natürlich gibt es keine Botschaft im eigentlichen Sinn, da Palästina kein Staat ist, es gibt aber eine diplomatische Vertretung. Die konnten dort aber gar nichts mit mir anfangen, und ich wurde einfach ohne Dokumente auf die Straße gesetzt. Als Flüchtling an der Grenze Ich fasste also den Entschluss, mich nach Westen aufzumachen und die Grenze zur EU zu Fuß zu überschreiten. Original Author:  NoBorder Camp 2009 in Lesvos, Griechenland

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ARCHIPEL AKTUELL : In Teheran auf der Strasse

ARCHIPEL AKTUELL : In Teheran auf der Strasse

Unendlich viele Menschen - es ist mir unmöglich, eine Zahl zu schätzen, mir kam es so vor, als wäre die ganze Stadt eine Demonstration - waren heute in Teheran auf den Strassen, um sich erneut für eine gesamtgesellschaftliche Änderung der Verhältnisse im Iran einzusetzen. Original Author:  Neda Dinya*

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AKTUELL: Wahlen in Chile

AKTUELL: Wahlen in Chile

Am 13. Dezember 2009 werden die Chilenen einen neuen Präsidenten und das Parlament wählen. Michelle Bachelet ist bis dahin noch Präsidentin, kann aber erst in einer nächsten Wahlperiode wieder kandidieren. Die Sozialistin gehört dem Bündnis Concertación de Partidos por la Democracia (CPPD) an, das sich auf den christdemokratischen Kandidaten Eduardo Frei Ruiz-Tagle (Präsident von 1994 bis 2000) geeinigt hat. Die Coalición por el Cambio («Koalition für den Wechsel») schickt den schillernden Sebastián Piñera, einen der reichsten Männer Chiles, ins Rennen. Einige Chilenen nennen ihn «Berlusarko» (Berlusconi-Sarkozy). Ohne Bündnis tritt der aus der Sozialistischen Partei (PS) ausgetretene 36jährige Abgeordnete Marco Enriquez-Ominami an. Zwei weitere Kandidaten, die auch die Sozialistische Partei verlassen haben, bewerben sich ebenfalls: Alejandro Navarro von dem neu gegründeten Movimiento Amplio Social (MAS) sowie der frühere Vorsitzende der PS und mehrfache Minister Jorge Arrate, für das Bündnis Juntos Podemos, bestehend aus der Kommunistischen Partei und weiteren kleinen Linksparteien. Original Author:  Jaime Mario Lazo

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MEXIKO: Viele Grüsse aus Mexiko

MEXIKO: Viele Grüsse aus Mexiko

Diesen Bericht, den Sie in dieser und den folgenden Ausgaben des Archipel lesen können, schickte uns George Lapierre, von dem wir bereits eine Artikelreihe mit demselben Titel in den Nummern 115 bis 118 (2004) veröffentlicht haben. Lapierre lebt in Mexiko und in Frankreich. An allen Straßen Mexikos sind neue Tafeln aufgetaucht. In farbigen Zahlen ist darauf ein einziges Datum zu lesen - immer dasselbe - 2010, ruta 2010. Das heutige Mexiko, das Mexiko von Señor Fécal, auch Calderón genannt, bereitet sich vor, mit großem Prunk den 100sten Jahrestag der mexikanischen Revolution zu feiern und auch den Beginn des Kampfes um Unabhängigkeit vor 200 Jahren, sozusagen ihren 14. Juli. Der kleine Unterschied liegt darin, dass der 14. Juli 1789 den Anfang der französischen Konterrevolution bedeutet. Dies mit militärischen Aufmärschen zu würdigen, stört die kleinen französischen Staatsmänner keineswegs. Das Jahr 1910 aber erinnert an den Beginn des zapatistischen Aufstands, el votan Zapata. Hier wissen wir alle, dass Zapata nicht tot ist und der Kampf für die Madre Tierra und um Freiheit nie aufgehört hat. Original Author:  Georges Lapierre

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