Archipel

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DOSSIER TUNESIEN: Seismographische Notizen vom Weltsozialforum

DOSSIER TUNESIEN: Seismographische Notizen vom Weltsozialforum

Das Weltsozialforum hat uns vom 26. bis 30. März nach Tunis geführt. Hier einige Beobachtungen von dem gigantischen Anlass, der von den Spannungen in Afrika und besonders von der Situation im arabischen Raum geprägt war.Mein erster Eindruck am Flughafen von Tunis war ein großer Panzerwagen der Polizei, der in einem erbärmlichen Zustand war – es war deutlich zu sehen, dass er sehr unter Steinwürfen gelitten hat. Ein weiterer erster Eindruck vom Weltsozialforum war die staatliche Telefongesellschaft Tunisie Télécom, die, immer noch am Flughafen, den Teilnehmer_innen eine gratis SIM-Karte mit einem Miniguthaben für ihr Handy überreichte.Das WSF ist und bleibt ein großes Tohuwabohu, in dem man sich nur mit Mühe zurechtfindet – mit 50.000 Teilnehmenden, 900 Workshops und dem El Manar Campus, der komplett belegt war mit Ständen, Zelten und Organisationen, die so unterschiedlich wie widersprüchlich waren. Da war die Marokkanische Regierung mit ihrem riesigen Zelt, die den Machtmissbrauch der Polisario in der Westsahara anprangerte und, weniger als 500 Meter weiter, das Zelt der Saharaouis, die für die Unabhängigkeit eben dieser Westsahara kämpfen. Original Author:  Cedric Bertaud Radio Zinzine

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DOSSIER TUNESIEN: Seismographische Notizen vom Weltsozialforum

DOSSIER TUNESIEN: Seismographische Notizen vom Weltsozialforum

Das Weltsozialforum hat uns vom 26. bis 30. März nach Tunis geführt. Hier einige Beobachtungen von dem gigantischen Anlass, der von den Spannungen in Afrika und besonders von der Situation im arabischen Raum geprägt war.Mein erster Eindruck am Flughafen von Tunis war ein großer Panzerwagen der Polizei, der in einem erbärmlichen Zustand war – es war deutlich zu sehen, dass er sehr unter Steinwürfen gelitten hat. Ein weiterer erster Eindruck vom Weltsozialforum war die staatliche Telefongesellschaft Tunisie Télécom, die, immer noch am Flughafen, den Teilnehmer_innen eine gratis SIM-Karte mit einem Miniguthaben für ihr Handy überreichte.Das WSF ist und bleibt ein großes Tohuwabohu, in dem man sich nur mit Mühe zurechtfindet – mit 50.000 Teilnehmenden, 900 Workshops und dem El Manar Campus, der komplett belegt war mit Ständen, Zelten und Organisationen, die so unterschiedlich wie widersprüchlich waren. Da war die Marokkanische Regierung mit ihrem riesigen Zelt, die den Machtmissbrauch der Polisario in der Westsahara anprangerte und, weniger als 500 Meter weiter, das Zelt der Saharaouis, die für die Unabhängigkeit eben dieser Westsahara kämpfen. Original Author:  Cedric Bertaud Radio Zinzine

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DOSSIER TUNESIEN: Detailansicht der Politik

DOSSIER TUNESIEN: Detailansicht der Politik

Nach einer Woche Aufenthalt in Tunis ist es mir natürlich nicht möglich, eine klare und präzise Sicht der sehr komplexen politischen Situation in Tunesien zu haben. Dennoch, hier meine Eindrücke, verbunden mit dem Ansatz einer Analyse. Gleich zu Anfang wurden wir von El Watad, der Partei der demokratischen Patrioten, empfangen. Dieser Partei gehörte der linksextreme Oppositionelle Chokri Bélaïd an, der am 6. Februar 2012 umgebracht wurde. Sein Mord, der - so scheint es - von Professionellen ausgeführt wurde, hat die tunesische Gesellschaft zutiefst schockiert. Eine Konsequenz daraus war die Beschleunigung des bereits begonnenen Aufbaus einer Volksfront gemeinsam mit der P.O.T., der tunesischen Arbeiterpartei (das C für «Communiste» wurde fallen gelassen) mit Hamma Hammami, und einer Reihe anderen, kleineren Parteien. Diese Front soll die drittstärkste politische Kraft im Land werden und entweder mitregieren, oder zumindest die Linie der Regierung beeinflussen. Chokri Bélaïd gilt als Märtyrer und wird als solcher benutzt. Original Author:  Cedric Bertaud Radio Zinzine, Frankreich

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DOSSIER TUNESIEN: Underground

DOSSIER TUNESIEN: Underground

In Tunesien gibt es, wie in anderen Ländern auch, Bewegungen und Tendenzen, die sichtbar und in den Medien präsent sind und andere, die sich im Untergrund abspielen.Aus Anlass des Weltsozialforums wurde von einer Gruppe, die sich die Ungehorsamen nennen, ein Boykottappell lanciert. Diese, sich  Anarchist_innen nennende Gruppe, hat auf dem Gelände des Forums einen Platz besetzt und ein improvisiertes Zeltlager mit einer selbstverwalteten Küche eingerichtet. Diese Ungehorsamen prangerten das Sozialforum als Forum des Kapitals an. Die Kritik scheint durchaus berechtigt, schaut man sich die Sponsoren dieses Anlasses, wie etwa die stark präsente Tunisie-Telecom, an. Ein weiterer Kritikpunkt war die Rolle des Staates. Die Teilnehmenden am Forum, insbesondere die Organisationen, die an Workshops oder Konferenzen und Debatten teilgenommen haben, sind in der Mehrzahl für eine Stärkung des Staates gegenüber dem Markt und lassen dabei außer Acht, dass dies zwei Seiten derselben Medaille sind. Der von den Ungehorsamen besetzte Platz war am Anfang recht klein, hat sich aber während des Forums immer weiter vergrößert. Original Author:  Cedric Bertaud Radio Zinzine, Frankreich

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DOSSIER TUNESIEN: Zwischen Migration und Prekarisierung

DOSSIER TUNESIEN: Zwischen Migration und  Prekarisierung

Tagebuchnotizen einer Reise durch fünf tunesische Städte, die  in das UNO-Flüchtlingslager in Choucha führt und nach Tunis zu den Angehörigen von vermissten Bootsflüchtlingen. Teil 2 Regueb am 29.12.2012 Original Author:  Hagen Kopp, Hanau Welcome to Europe

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ARCHIPEL AKTUELL: NEIN zur Zertrümmerung des Asylrechts!

ARCHIPEL AKTUELL: NEIN zur Zertrümmerung  des Asylrechts!

In den Archipel-Nummern 209, 210 und 213 berichteten wir über das erfolgreiche Referendum gegen die Asylgesetzverschärfung. Nun kommt am 9. Juni das Gesetz zur Abstimmung. Das EBF beteiligt sich an der Kampagne, die sich für ein NEIN engagiert. Wir hoffen, dass möglichst viele Leser_innen sich ebenfalls aktiv an der Abstimmungskampagne beteiligen werden. In der Schweiz legen wir diesem Archipel einen Flyer des NEIN-Komitees bei und bitten Euch, ihn zu verbreiten.Die Anerkennung des Rechts auf Militärdienstverweigerung mit der Einführung des zivilen Ersatzdienstes in der Schweiz wurde zwar im Herbst 1992 mit über 80 Prozent Ja-Stimmen und von allen Ständen gutgeheißen. Aber bis heute ist dies der «Stahlhelmfraktion» in den Eidgenössischen Räten ein Dorn im Auge. Sie möchte ihn am liebsten wieder abschaffen und lässt deshalb keine Gelegenheit aus, um in den Zivildienst Schikanen einzubauen. Original Author:  Ruedi Tobler, Walzenhausen, Schweiz

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LANDWIRTSCHAFT: Verordnete Einfalt

LANDWIRTSCHAFT: Verordnete Einfalt

Derzeit wird in Brüssel eine umfassende Überarbeitung der EU-Richtlinien für die Vermarktung von Saat- und Pflanzgut vorbereitet. Der inoffizielle Verordnungsentwurf drängt seltene und traditionelle Sorten vom Markt und würde sogar kleine Land-wirt_innen, die dieses Saatgut austauschen oder weitergeben, mit Verwaltungsstrafen bedrohen. Industrielle Sorten können hingegen ihre Dominanz weiter ausbauen.Uralte Kirschen, die Tomate aus Omas Garten, seltene Kartoffeln – viele der seltenen und alten Sorten von Obst, Gemüse und Getreide könnten schon bald für immer verschwinden. Die unmittelbare Gefahrenquelle ist aber nicht der anhaltende Artenschwund, der in den vergangenen Jahren auch in der Landwirtschaft zu schlimmen Verlusten geführt hat, sondern die neue EU-Saatgutverordnung. Seit 2008 wird in der Europäischen Union an einer Harmonisierung der EU-Richtlinien für das Inverkehrbringen von Saatgut und Pflanzgut gearbeitet. Aus den bestehenden über 12 EU-Richtlinien soll nun eine einzige EU-Verordnung werden. Zuletzt im November 2012 wurde ein inoffizieller Entwurf für die neue Verordnung publik. Original Author:  Astrid Österreicher und Iga Niznik, Arche Noah

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TSCHECHIEN: Roma wehren sich gegen rassistische Wohnungspolitik

TSCHECHIEN: Roma wehren sich gegen rassistische Wohnungspolitik

Anfang dieses Jahres ist es in der tschechischen Stadt Üsti nad Labem mehreren Romafamilien erfolgreich gelungen, sich gegen diskriminierende Wohnungspolitik zu wehren. Nach einer mehrtägigen Hausbesetzung konnten sie mit Unterstützung antirassistischer Aktivist_innen durchsetzen, Wohnraum zu ortsüblichen Mieten zu erhalten.Der Verlust der Wohnung wegen Baufälligkeit - in dieser Situation befinden sich Roma in Tschechien immer wieder. Menschenwürdigen Ersatzwohnraum gibt es häufig nicht. Die Folgen sind Obdachlosigkeit, Wohnen unter unakzeptablen hygienischen Bedingungen sowie die Inobhutnahme der Kinder. Auch im Fall der Familien von Krásné Brezno, einem Stadtviertel in Üsti, schien es lange so, als würde sich dieses Muster wiederholen. Ungefähr 40 Menschen, darunter viele Kinder, mussten im November 2012 ihre baufälligen Häuser verlassen. Über die Zwischenstation in einer Turnhalle gelangten sie schließlich, wie so viele Roma vor ihnen, in eine «Ubytovna», eine heruntergekommene, herbergsartige Wohnunterkunft. Demonstration in Prag Original Author:  Jana Wagner und Jan Tuczek

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AKTUELL: Avignon lechzt nach Metropole

AKTUELL: Avignon lechzt nach Metropole

Seit dreißig Jahren liegen die Baupläne wohl verwahrt in einer Schublade. Und anstatt die Schlüssel in die strahlende Rhone zu werfen, kommen sie  - Phönix gleich - wieder hervor. Es geht um LEO. Eine große Straße. Eine Umgehungsstraße. Eine Verbindungsstraße (Liaison Est-Ouest ... Ost-West-Verbindung). Es geht um viel Beton, Äcker und Gärten, bäuerliche Strukturen und um die armen Armen. Es geht um Bioökonachhaltigkeit, Kontrolle, Gentrifidingsbumms und vielleicht einen ganzen Batzen Freiraum. Die gewohnheitsmässigen Entschei-der_innen wollen die Autobahnen A7 und A9 verbinden, die eine führt Richtung Italien via Marseille (Kulturhauptstadt 2013), die andere Richtung Spanien. Beide sind wichtige Strecken für den Transport von Gemüse aus den Plastikmeeren der Peripherie Europas. Das Projekt ist in drei Trassen unterteilt, wobei die erste, trotz Widerstand, schon realisiert wurde. Zusammen mit einem in kühlem Glas-Stahlbeton gehaltenem TGV Bahnhof hat sie hunderte Hektar guten Bodens versiegelt und eine andere Lebensart gleich mit. Original Author:  Roy Troi

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KAPITALISMUS: Das ITER-Monster

KAPITALISMUS: Das ITER-Monster

Um den thermo-nuklearen Versuchsreaktor ITER1 ist es schlecht bestellt, schon bevor er aus dem Boden gewachsen ist. Ein wahnwitziges Projekt, das die Atomlobby in keinster Weise beherrscht, geprägt durch eine Anhäufung von Verspätungen, Problemen und Mehrkosten. ITER ist eine nicht mehr tolerierbare Verschwendung von öffentlichen Geldern. Frankreich sah sich schon als den Nabel der Welt und ist der Gelackmeierte. Das Monsterprojekt steuert auf ein kolossales Fiasko zu. Original Author:  Antoine Calanda Anti-Atom-Koordination Süd-Ost

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Aktuelle Termine

Mai 2013
25
10:00
St. Gallen, Schweiz: EBF mit Infostand und Workshop zur Asylpolitik am SUFO (Sozial- und Umweltforum Ostschweiz) präsent

Mehr dazu auf SUFO 

Jun 2013
09
15:31
Schweiz: NEIN zur Asylgesetzverschärfung stimmen

Zur Kampagne hier


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