Aurélien Berlan* hat ein radikales Buch über «Kollektive Autonomie gegen den Wahn der Erlösung» geschrieben und geht damit in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Lesereise.
Die westliche Moderne definiert sich über den Anspruch, allen Menschen die Freiheit zu bringen – im Gegensatz zu Gesellschaften, welche in der Freiheit das Privileg einer Minderheit sahen. Dieses moderne Projekt ist gescheitert.
Zu einem Zeitpunkt, wo soziale Ungleichheit explodiert und Freiheitsbeschränkungen um sich greifen, hinterfragt Aurélien Berlan die zugrunde liegende Idee der Freiheit radikal. Hinter dem Ideal der Emanzipation durch Beherrschung der Natur erkennt er das aristokratische Streben nach einer »leichten Existenz«: den Wunsch, von den beschwerlichen Aufgaben des Alltags erlöst zu sein. Soziale Ungleichheit und ökologische Katastrophe sind untrennbar miteinander verbunden, da die Befreiung von den Notwendigkeiten des Alltags – als »imperiale Lebensweise« – die Ausbeutung von Natur und Mensch voraussetzt. Das anzustrebende Ziel kann nicht eine Existenz »ohne Mühe« sein, sondern materielle und politische Autonomie. Es geht darum, unsere Subsistenz kollektiv in die Hand zu nehmen, denn nur so sind Freiheit und Gleichheit in Einklang zu bringen.
*Aurélien Berlan ist Philosoph und Gärtner. Daneben widmet er seine Zeit der Übersetzer- und Lehrtätigkeit. Er war in der Groupe Marcuse aktiv und veröffentlichte u.a. einen Essay über die Kritik der industriellen Modernität in der deutschen Soziologie. Er unterrichtet am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften und Betriebswirtschaftslehre der Universität Toulouse 2 – Jean Jaurès und ist aktives Mitglied von Atecopol (Atelier d'écologie politique de Toulouse) Wir kennen ihn und kooperieren mit ihm seit über dreissig Jahren.
Land und Freiheit, Kollektive Autonomie gegen den Wahn der Erlösung, 23.00 €, 304 Seiten aus dem Französischen übersetzt von Karin Hilpold, erschienen im Mandelbaum Verlag, März 2026.
Lesungen in der Schweiz
Bern: Montag 2.November, 19 Uhr, polit-bibliothek, Holligerhof 8, Parterre, Zugang Güterstrasse 8, 3008 Bern
Zürich: Dienstag, 3. November, 19 Uhr, Laboer.ch – Labör, Affolternstr.76, nahe dem SBB Bhf Oerlikon, Zürich.
Winterthur: Mittwoch,4. November, 20 Uhr, Gasthof zum Widder, Metzggasse 9, 8400 Winterthur, Eintritt frei bitte Anmeldung per Mail LandundFreiheit@pm.me
Die Lesetermine in Österreich und Deutschland erfahrt Ihr über unsere Website www.forumcivique.org.



